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09. März 2022

Memorandum of Understanding für Lausitz Science Park unterzeichnet

WISTA berät BTU beim Aufbau des Standortmanagements

BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande übergibt stellvertretend für alle Unterzeichner*innen das Memorandum of Understanding an den Ministerpräsidenten Dr. Dietmar Woidke. (Foto: BTU, Ralf Schuster)

Es ist eines der herausragenden Vorhaben der Strukturentwicklung: der Lausitz Science Park. Unter Federführung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) soll in den nächsten Jahren am Standort Cottbus eine Innovationslandschaft mit internationaler Strahlkraft entstehen. Diese vereint exzellente Grundlagen- und angewandte Forschung mit innovativen Ausgründungen und zahlreichen Unternehmensansiedlungen.

Dafür hat sich die BTU gemeinsam mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg starke Partner*innen gesucht: die lokale Politik, außeruniversitäre Wissenschaftseinrichtungen wie die Fraunhofer-Gesellschaft, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Leibniz-Gemeinschaft sowie wirtschaftsstarke Unternehmen wie die LEAG, die BASF Schwarzheide, die Deutsche Bahn und Rolls-Royce. Gemeinsam haben sie während eines feierlichen Festaktes an der BTU eine Absichtserklärung zu Aufbau und Unterstützung des Lausitz Science Parks an Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke überreicht. Anwesend waren auch Brandenburgs Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle und Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach.

»Ich freue mich, dass wir heute nach monatelanger Planung den ideellen Grundstein für den Lausitz Science Park legen. Wir haben an der BTU eine der am stärksten wachsenden Wissenschaftslandschaften in ganz Deutschland. Deshalb gründen wir gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern im Zuge des Strukturwandels in der Lausitz hier in Cottbus einen neuen Technologie- und Innovationspark«, sagte Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg. Sie dankte den Beteiligten, allen voran Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle, und Unterstützer*innen für ihr großes Engagement. »Mit dem Lausitz Science Park wollen wir wissenschaftliche und technologische Exzellenz unter einem Dach bündeln, Synergieeffekte schaffen und nicht zuletzt internationale Talente, Start-ups und Unternehmen nach Cottbus holen.« Ziel sei es, die Lausitz durch das wissenschaftliche Profil der BTU und das herausragende Netzwerk zu einem Reallabor für die Lausitz und andere Regionen der Welt zu entwickeln. »Gemeinsam werden wir Lösungen für die großen Herausforderungen der Zukunft finden«, betonte Gesine Grande.

Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident des Landes Brandenburg:
»Der Lausitz Science Park wird dem Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Lausitz überregionale Anziehungskraft und Sichtbarkeit geben. Wir bekennen uns heute zu einer ambitionierten Kooperation von Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft, die viele gut bezahlte Arbeitsplätze mit sich bringen wird. Hier entsteht unter anderem ein Hotspot für Elektromobilität mit dem Schwerpunkt hybridelektrischer Antriebsforschung. Das wird ein wichtiges Glied in unserer Wertschöpfungskette zukunftsfähiger Elektromobilität mit Unternehmen wie Tesla, Microvast, BASF oder Rock Tech Lithium. Mit dem Memorandum of Understanding bekennen sich heute Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen zu Spitzenforschung und Innovationstransfer. Ich danke allen Beteiligten für dieses gemeinsame Engagement. So wird der Strukturwandel in der Lausitz gelingen. Das Projekt macht deutlich: Unsere Lausitz bleibt Energieregion – wechselt aber ihr Image. Hier entsteht eine Modellregion für moderne Mobilität und Energieversorgung. Die Lausitz wird ein industrielles Zentrum für klimaneutrales Wirtschaften. Das liegt auf der Linie der Landesregierung, Umwelt- und Klimaschutz mit innovativer Wirtschaftsentwicklung in Einklang zu bringen, um Brandenburg in eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Zukunft zu führen.«

Dr. Manja Schüle, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg:
»Die Lausitz ist eine erfolgreiche Energie- und Industrieregion, die sich immer wieder neu erfindet. Aber: Noch nie war so viel Innovationskraft gefragt wie heute. Deshalb freue ich mich sehr, dass sich Wissenschaft und Wirtschaft im Lausitz Science Park zu einem Innovations- und Technologiebooster zusammenschließen. Der Motor: ein dynamisches Netzwerk mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen vor Ort sowie vielen starken Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft. Der neue Wissenschafts- und Technologiepark wird ein Kompetenzzentrum: interdisziplinär, international, innovativ – und, seiner DNA nach, jederzeit offen für neue Impulse. Genau solche Wissenschaftsstandorte mit Strahlkraft brauchen wir heute mehr denn je. Ich bin davon überzeugt: Der Lausitz Science Park wird die Region über Jahrzehnte attraktiv machen und prägen. So sieht erfolgreicher Strukturwandel ,Made by future‘ aus.«

Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg:
»Mit dem Lausitz Science Park wird ein attraktiver Innovationshub mit hoher Strahlkraft entstehen. Eine innovative Wirtschaft gibt es nur mit einer starken Wissenschaft – und dieses Zusammenspiel wird hier gelebt werden. Innovative Technologien bieten große industriepolitische Chancen für Brandenburg, sorgen für zusätzliche regionale Wertschöpfung und Beschäftigung – also genau das, was wir für eine erfolgreiche Strukturentwicklung in der Lausitz brauchen. Ich bin überzeugt: Der Lausitz Science Park wird einen wichtigen Beitrag zur Strukturentwicklung der Lausitz leisten und helfen, dass die Region das bleibt, was sie ist – eine starke Industrieregion.«

Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH:
»Unsere Welt verändert sich immer schneller. Forschergeist und Innovationskraft sind daher elementar für eine positive Entwicklung unserer Region. Der Lausitz Science Park stellt eine große Chance dar, für alle Beteiligten, insbesondere aber unseren Nachwuchs. Als Industrieunternehmen und großer Arbeitgeber in der Region unterstützt BASF diese Entwicklung.«

Dr. Dirk Geisinger, CEO Rolls-Royce Deutschland Ltd & Co KG:
»Mit dem Fokus auf Wissenschaft und Forschung bietet der Lausitz Science Park hervorragende Grundlagen, um den Strukturwandel in der Lausitz nachhaltig voranzutreiben. Wir werden unseren Teil dazu beitragen, indem wir mit unseren Partnern hier in Brandenburg ein weltweit einzigartiges Ökosystem für emissionsarme, hybrid-elektrische Luftfahrtantriebe aufbauen. Ein innovatives Partner-Netzwerk zwischen Berlin und der Lausitz wird wichtige Impulse geben und der Region den nötigen Schub für die Zukunft verleihen.«

Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Berlin:
»Die Deutsche Bahn unterstützt den Strukturwandel in der Lausitz bereits aktiv: Wir bauen in Cottbus unser modernstes Instandhaltungswerk mit 1.200 neuen und qualifizierten Arbeitsplätzen. Hier werden wir einen Teil unserer wachsenden ICE-Flotte warten. Mit den Partnern des Lausitz Science Parks haben wir die Chance, den Standort Cottbus zu einem Entwicklungs- und Erprobungszentrum für die digitale Instandhaltung auszubauen. Gemeinsam können wir innovative Technologien für die Eisenbahn vorantreiben.«

Holger Kelch, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus/Chóśebuz:
»In diesen unruhigen Zeiten zeigt es sich, dass es wichtig ist, neben internationaler Kooperation sich durchaus auch wieder eigener Stärken bewusst zu werden. Deshalb ist jede Standortentwicklung hier in Cottbus/Chóśebuz zu begrüßen, sei es das neue Bahnwerk, die künftige universitäre Medizinerausbildung oder die deutliche Profilierung des Wissenschaftsstandortes um die BTU Cottbus-Senftenberg mit dem Lausitz Science Park. Die Stadt Cottbus/Chóśebuz wird ihren Teil zum Gelingen dieser Vorhaben beitragen.«

Prof. Dr.-Ing. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft:
»Der Lausitz Science Park ist ein sehr erfreuliches Signal für die Zukunft der Region ebenso wie für unser Innovationssystem, denn hier findet auf partnerschaftliche, kooperative Weise erkenntnisgeleitete Forschung und praktische Anwendung zusammen. Eine solch gezielte Wirksamkeit von Forschungsergebnissen mit breitem gesellschaftlichem Nutzen ist für die Leibniz-Gemeinschaft von jeher ein zentrales Anliegen – und das umso mehr im Zeichen der Bewältigung von großen gemeinsamen Herausforderungen wie der Energiewende.«

Prof. Dr. Mario Ragwitz, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie:
»Die Lausitz ist eine Region der Energie und eine Region mit Energie. Aus dieser Stärke heraus wollen wir als Fraunhofer IEG hier die klimaneutralen Energiesysteme der Zukunft entwickeln und zum Einsatz bringen. Im Lausitz Science Park realisieren wir dies mit starken Partnern aus Forschung und Innovation in einer starken Region. So können wir den Wandel gestalten und die darin liegenden Chancen für die Menschen ergreifen.«

Prof. Dr. Uwe Riedel, Direktor des Instituts für CO2-arme Industrieprozesse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V.:
»Das DLR wird mit seinen beiden Instituten auf den Gebieten der Energie- und Luftfahrtforschung einen Beitrag leisten, die Lausitz zu einem Innovationsstandort zu entwickeln. Wichtig ist hierbei der interdisziplinäre Ansatz der Kooperationen. Die Zusammenarbeit von Forschungseinrichtungen und Universitäten sowie von Industrie und Verwaltung wird sich positiv auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken. Im Fokus steht dabei die Nachhaltigkeit des Strukturwandels. Es kann gelingen, die Lausitz zu einer Modellregion zu entwickeln.«
 

ÜBER DEN LAUSITZ SCIENCE PARK

Der im Endausbau 420 Hektar große Lausitz Science Park wird auf dem Gelände des ehemaligen Technologie- und Industrieparks, dem so genannten TIP-Gelände, am nordwestlichen Stadtrand von Cottbus in direkter Nachbarschaft zum Hauptcampus der BTU entstehen. Die BTU Cottbus-Senftenberg will Spitzenforschung und Transfer auf internationalem Niveau nachhaltig bündeln und so ein interdisziplinäres Innovationsnetzwerk sowie einen exzellenten Wissenschafts- und Technologiestandort entwickeln. Dabei konzentriert sich die BTU auf vier Profillinien, die sich aus der Geschichte der Universität und ihrer Vorgängereinrichtungen generieren: »Energiewende und Dekarbonisierung«, »Gesundheit und Life Science«, »Globaler Wandel und Transformationsprozesse« sowie »Künstliche Intelligenz und Sensorik«. Diese großen, interdisziplinären Forschungsthemenbereiche verbinden universitäre und außeruniversitäre Wissenschaft mit den Bedürfnissen von Wirtschaft und Gesellschaft im Strukturwandel.

Schätzungen zufolge birgt der Lausitz Science Park ein Potenzial von mindestens 10.000 Arbeitsplätzen – vom Akademiker zur Fachkraft, von der Erzieherin zur Managerin. Er bietet Platz für 200 kleine und mittelständische Unternehmen, die hier zukünftig attraktive Arbeitsbedingungen, ein hochwertiges Forschungsumfeld und beste Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung, Innovation und Transfer finden werden. Dies wird exzellent ausgebildete Menschen in die Region bewegen, aber auch dazu beitragen, Fachkräfte in der Lausitz zu halten. Auch werden auf dem Gelände Wohnungen, Kitas und Gastronomie entstehen.

Der Lausitz Science Park soll in zwei Phasen entwickelt und etabliert sowie von zwei Säulen getragen werden: einem Wissenschaftsnetzwerk und einer Betreibergesellschaft, die das Standortmanagement verantwortet. Hierfür hat die BTU mit der WISTA Management GmbH – Entwicklerin und Betreiberin des Wissenschafts- und Technologieparks Adlershof im Südosten Berlins – eine erfahrene Beraterin gewonnen.


UNTERZEICHNER*INNEN DES MEMORANDUMS OF UNDERSTANDING

  • Prof. Dr. Alexander Böker, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Polymerforschung
  • Dr. Markus Eltges, Direktor des Bundesinstituts für Bau-, Stadt und Raumforschung, Kompetenzzentrum Regionalentwicklung in Cottbus
  • Dr. Eva Ehrentreich-Förster, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie, Institutsteil Bioanalytik und Bioprozesse
  • Andreas Fredrich, Bürgermeister der Stadt Senftenberg
  • Jürgen Fuchs, Vorsitzender der Geschäftsführung der BASF Schwarzheide GmbH
  • Prof. Dr. p.h. habil. Gesine Grande, Präsidentin der BTU Cottbus-Senftenberg
  • Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für das Land Brandenburg – in Vertretung der Vorständin für Digitalisierung & Technik der Deutschen Bahn AG
  • Prof. Dr.-Ing. Gerhard Kahmen, Wissenschaftlich-Technischer Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik
  • Holger Kelch, Oberbürgermeister der Stadt Cottbus/Chóśebuz
  • Thorsten Kramer, Vorstandsvorsitzender der Lausitz Energie Bergbau AG
  • Jens Leberwurst, Kaufmännischer Geschäftsführer und Leiter Netzwirtschaft/Regulierungsmanagement Mitteldeutsche Netzgesellschaft Gas GmbH und Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH
  • Dr. Harry Lehmann, Leiter des PtX Lab Lausitz – Praxislabor für Kraft- und Grundstoffe aus grünem Wasserstoff
  • Walter Leibl, Geschäftsführer der WISTA.Plan GmbH
  • René Markgraf, Geschäftsführer der IBAR Systemtechnik GmbH
  • Prof. Dr. rer. nat. habil. Alexander Michaelis, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Keramische Technologien und Systeme
  • Andreas Peter, Leiter Standorte Ost des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V.
  • Prof. Dr. Mario Ragwitz, Leiter der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie – in Vertretung des Präsidenten der Fraunhofer-Gesellschaft
  • Prof. Dr. Uwe Riedel, Direktor des Instituts für CO2-arme Industrieprozesse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V.
  • Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. habil. Harald Schenk, Geschäftsführender Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme
  • Sebastian Scholl, Direktor Finanzen, IT/Digitalisierung der Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH
  • Roland Sillmann, Geschäftsführer der WISTA Management GmbH
  • Andrea Stewig-Nitschke, Pflegedirektorin der Carl-Thiem-Klinikum Cottbus gGmbH
  • Prof. Dr. Ralph Watzel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe
  • Dr.-Ing. Bernd Wenzel, Leiter des Kompetenzzentrums Klimaschutz in energieintensiven Industrien


WEITERE INFORMATIONEN ZUM LAUSITZ SCIENCE PARK

 

Pressemitteilung Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg vom 07.03.2022