Von Kimchi bis Gnocchi
Adlershof isst international
Der Campus wächst und mit ihm das kulinarische Angebot der zahlreichen Lunchspots, Bistros und Cafés. Wir stellen in dieser Ausgabe drei von ihnen vor.
Typisch Koreanisch: mani mogo
Young Mi Park-Snowden ist gerührt von ihren Adlershofer Gästen: „Begeistert und motivierend“ seien sie und hätten sie herzlich begrüßt. Die Restaurantinhaberin hat das mani mogo mit einem neuen Konzept vor wenigen Wochen wiedereröffnet. Seit elf Jahren ist es an der Erich-Thilo-Straße, Ecke Zum Großen Windkanal ansässig und brachte die koreanische Küche nach Adlershof. Park-Snowden ist nicht nur Restaurantchefin, sondern auch Autorin des Kochbuchs „Kimchi Princess“. Darin erzählt sie über die Eigenheiten der koreanischen Küche: dass ohne Reis und Kimchi gar nichts geht und wie Algensuppe, Glasnudelsalat und die entsprechenden Soßen zubereitet werden.
Die beliebten koreanischen Spezialitäten wie der Klassiker Bibimbap – die bunte Reisschale mit Varianten von Fleisch oder Tofu –, die heiße Nudelsuppe Ramyun oder die koreanischen Burger kehren in das mani mogo zurück – neu ist das Bestellsystem per Selbstbedienung: Die Gäste ordern ihre Auswahl online oder am digitalen Terminal direkt im Laden. Dieses Konzept wurde extra für das mani mogo entwickelt, „und das passt auch zu diesem Campus“, findet Park-Snowden.
Die Umgestaltung war notwendig geworden, weil der zum Restaurant gehörende Pavillon zurückgebaut werden musste. Auf die typischen Gestaltungselemente und das stylische Ambiente müssen Gäste des mani mogo dennoch nicht verzichten.
Italienisches Flair: Gnocchi Affair
Mit einem Lächeln im Gesicht begrüßt Gabriele Paoletti die ersten Gäste des Tages an seinem Foodtruck in der Justus-von-Liebig-Straße. Der gelernte Koch war lange Zeit in den Küchen Europas unterwegs und wollte dann etwas Eigenes. Bereits seit elf Jahren öffnet er an den Werktagen um 11:30 Uhr seinen mobilen Imbiss – heute mit dem Namen Gnocchi Affair. Als im vergangenen Jahr sein Kompagnon aus familiären Gründen das gemeinsame Geschäft verließ, stellte Paoletti das Konzept um: Statt Burger gibt es jetzt vegetarische und vegane Gnocchi.
Dass Gnocco auf Italienisch „gutaussehender Typ“ heißt, hat Paoletti inspiriert, mit Worten und Gerichten zu spielen. So heißt die vegane Soße beispielsweise „sanft und sexy“ oder ein Gnoccirezept „Beetemptation“. Seine Lieblingsgnocchi sind die mit Tomatensugo, frischem Basilikum und Parmesan. „Für mich steckt in der Einfachheit oft das Schönste.“ Die Burrata, eine Spezialität aus Apulien, ist Hauptzutat von „Nonnas Gnocchi“, dem bei der Adlershofer Kundschaft beliebtesten Gericht und Hommage an Paolettis Großmutter, der er seine Leidenschaft fürs Kochen verdankt.
Kreuzberger Küche: Rüdiger‘s
Jana Rüdiger hatte Lust auf einen Kaffee und wurde nicht so recht fündig, als sie mit Mann und Kind vor drei Jahren im Landschaftspark Johannisthal spazieren ging. In diesem Moment nahm eine Idee Gestalt an: „Ich wollte schon immer ein eigenes Café haben“, erzählt Rüdiger. Sie ließ ihren Beruf als Erzieherin ruhen und eröffnete ein Bistro in der Hermann-Dorner-Allee. Das Angebot konzentrierte sich zunächst auf belegte Brötchen, Mittagsgerichte, Catering – passend zum damaligen Baustellenambiente.
Inzwischen hat das Team – Jana Rüdiger betreibt das Café mit Mann und Schwager – sein Konzept geschärft und holt die Kreuzberger Küche nach Adlershof: die Ofenkartoffel Kumpir – ein türkisches Streetfood, typische Linsensuppe, verschiedene orientalische Gerichte, Gebäck und Frühstücksangebote. Es kommen Mieterinnen von nebenan, Bauarbeiter und Familien, die im Park unterwegs sind. Im Sommer lockt das sizilianische Streicheis. Die Rüdigers selbst sind vor einiger Zeit nach Adlershof umgezogen, die zwei Kinder gehen hier in den Kindergarten. Zum Café gesellte sich die Outdoor-Hafenbar am Ernst-Ruska-Ufer und ein Catering-Service. „Wir sind mit der Gegend gewachsen“, sagt Rüdiger.
Jördis Götz für Adlershof Journal


