Kino unterm Sternenhimmel
„Culture meets Science at Work“ lädt zum Adlershofer Leinwandsommer
Filmbegeisterte pilgern bei wärmeren Temperaturen für den typischen Berlin-Vibe in die Sommerkinos in Kreuzberg und Friedrichshain. In Treptow-Köpenick genießt das Freiluftkino Friedrichshagen Kultstatus, wenn es Leander Haußmanns Trash-Komödie „Hai-Alarm am Müggelsee“ zeigt. Zum vielleicht klügsten und lauschigsten Open-Air-Erlebnis der Stadt laden in diesem Jahr die WISTA Management GmbH und das Hörsaalkino Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin ein.
„Wir haben verschiedene Ideen für ein Kulturformat durchgespielt, um ein Event am Standort zu etablieren, das die Menschen zusammenbringt und den Campus belebt“, sagt Organisatorin Stefanie Reichardt von der WISTA-Unternehmenskommunikation. „Wir dachten über Konzerte nach, Kunstausstellungen oder eben Kino. Adlershof hat eine gute Tradition als größter Medienstandort in Berlin, dementsprechend passte das wunderbar.“
Hier kam Henrik Nagel ins Spiel, der mit dem von Studierenden der HU-Physik geführten Hörsaalkino über langjährige Erfahrungen verfügt. Der Physikstudent ist Teil des Teams, das während des Semesters donnerstags im Gerthsen-Hörsaal einen offenen Filmclub organisiert. Er freute sich über die Anfrage: „Ein Open-Air-Kino in der vorlesungsfreien Zeit hatten wir auch schon im Kopf. Mit der WISTA haben wir einen idealen Partner gefunden, um solche Veranstaltungen, die technisch aufwendiger sind, umzusetzen.“ Neben einer guten Soundanlage sei vor allem der richtige Beamer wichtig, der auch bei nicht so idealen Lichtverhältnissen ein gutes Bild macht.
Fündig wurde das Team bei mobilekino.de, das sowohl das Equipment hat und sich auch um die Lizenzen der Filme kümmert.
Los ging es erstmals 2025 mit „Culture meets Science at Work“ auf der Wiese am WISTA-Headquarter und einem cineastischen Programm, das Wissenschaft und Unterhaltung kombiniert. Als besonderes Highlight bespielen Forschungseinrichtungen jeweils passend zum Thema des gezeigten Filmes ein Vorprogramm mit Mitmachexperimenten oder auch kurzen Slams. Typisch für den Campus: Hier wird gemeinschaftlich gewirkt.
Das Echo des begeisterten Publikums bestätigte das Orgateam in seiner Idee. Reichardt erzählt: „Die Wiese war voll, es haben uns bestimmt 200 Leute besucht.“ 2026 sind daher erneut drei Filmabende in englischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln geplant. Beginn ist inklusive Vorprogramm um 19:00 Uhr, Eintritt und Popcorn gehen aufs Haus. Theodore Melfis „Hidden Figures“ startet die Reihe im August. Der Film spielt in den 1960er Jahren und beleuchtet die lange unerzählte Geschichte dreier afro-amerikanischer Mathematikerinnen hinter dem Mercury- und Apolloprogramm der NASA. „Eine wunderbare Gelegenheit, Frauen in MINT-Disziplinen sichtbar zu machen“, so Reichardt.
Im September folgt Denis Villeneuves „Arrival“, bei dem alle Sci-Fi-Fans auf ihre Kosten kommen sollen, wie Nagel verspricht: „Arrival spielt in einer nahen Zukunft, in der uns Außerirdische besuchen und die Menschheit vor einem großen Kommunikationsproblem steht.“ Der krönende Abschluss: „The Greatest Showman“, ein Musicalfilm nach einer wahren Begebenheit, der zum Nachdenken über damalige Kuriositätenkabinette und die Zirkuswelt anregt und durch den Soundtrack auch zum Singen und Tanzen animiert. Was hier bereits verraten werden darf: Bevor die Leinwand bespielt wird, übernimmt eine studentische Big Band mit Livemusik die Bühne.
Die Organisator:innen freuen sich an den jeweiligen Screeningabenden auf bis zu 300 Gäste. Wer einen garantierten Sitzplatz haben möchte, sollte sich mit eigener Decke oder mitgebrachtem Liegestuhl ausstatten. Für Limos und Wasser sorgt das MoPs-Studierendencafé: „Damit unterstützen wir wie beim Hörsaalkino die Studi-Initiative“, so Nagel. Ebenso hat das Team mögliche wetterbedingte Special Effects eingeplant: „Sollte der Berliner Sommer einmal schlapp machen, gibt es eine Terrassen- oder Indoorvariante.“ Wir sehen uns im klügsten Kino Berlins.
Peggy Mory für Adlershof Journal

