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27. März 2026

Jugend-forscht-Landes­sieger:innen gekürt

Acht junge MINT-Talente aus Berlin qualifizierten sich für das 61. Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchs­wettbewerb

Keyvisual Jugend forscht 2026 „Maximal Perspektive“
© Stiftung Jugend forscht e.V.

Für den 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht haben sich acht talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin qualifiziert. Darunter befinden sich auch zwei Teilnehmende des Regionalwettbewerb Berlin-Süd, der jährlich im Technologiepark Adlershof ausgerichtet wird. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden am 26. März in Anwesenheit von Christina Henke, Staatssekretärin für Bildung des Landes Berlin, in der Hauptstadt ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb, ausgerichtet von der Siemens AG und der Technischen Universität Berlin, präsentierten 37 Jungforschende 23 Forschungsprojekte.

Den Landessieg im Fachgebiet Arbeitswelt errangen Siddhartha Kolla (17) und Iulia Dinu (16) vom Käthe-Kollwitz-Gymnasium. Die beiden entwickelten ein RFID-basiertes System zur automatisierten und effizienteren Warenlogistik im Supermarkt. Es kann Produkte automatisch erkennen, Bestände sowie Mindesthaltbarkeitsdaten digital erfassen und zentral auswerten. Durch modulare Hardware und eine flexible Programmierschnittstelle lässt sich die Anwendung in bestehende Systeme integrieren.

Martha Treese vom Rückert-Gymnasium Berlin siegte im Fachgebiet Biologie. Die 16-Jährige präsentierte ein kostengünstiges Nachweisverfahren für Fungizide auf Früchten. Dabei diente ihr Backhefe als biologischer Indikator: Hemmen Fungizide die alkoholische Gärung, entsteht weniger CO2. Die gemessene Gasproduktion ermöglichte der Jungforscherin so Rückschlüsse auf die Fungizidbelastung.

Chemie-Landessiegerin wurde Giulia-Matilda Oettl (16) vom Lessing-Gymnasium. Sie entwickelte einen nachhaltigen, Lignin-basierten Biokunststoff, der sich selbst reparieren kann. Eingebettete Sporen des Bakteriums Bacillus subtilis werden bei Kontakt mit Wasser aktiv und bilden Carbonate sowie Biofilme, die Risse im Material schließen. Mit diesem Ansatz könnten langlebige, biologisch abbaubare Kunststoffe für den Einsatz etwa in der Bauwirtschaft entstehen.

Milana Piskunova (18) vom Campus Berufsbildung e. V. überzeugte die Jury im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften. Sie nutzte Daten des NASA-Weltraumteleskops TESS zur Suche nach neuen Exoplaneten und stieß auf den Stern TIC 38460940. In dessen Lichtkurven fand sie zwei periodische Transit-Signale, die auf zwei Exoplaneten-Kandidaten hinweisen – vermutlich eine Supererde und einen Sub-Neptun. 

Landessieger im Fachgebiet Mathematik/Informatik wurde Otto Nieters vom Paul-Natorp-Gymnasium und Sieger des Regionalwettbewerbs Berlin-Süd. Der 15-Jährige untersuchte, wie sich Volumenformeln geometrischer Körper auf höhere Dimensionen übertragen lassen. Er zeigte, dass das Volumen n-dimensionaler Pyramiden durch Basisvolumen, Höhe und den Faktor 1/n bestimmt ist. Seinen Ansatz erweiterte er auf gekrümmte, pyramidenähnliche Körper und wandte ihn auf bekannte Formen wie Kugeln an. Ebenfalls aus dem Regionalwettbewerb Berlin-Süd und ebenfalls in Mathematik/Informatik erfolgreich war Nora Baiersdorf (19) vom Schülerforschungszentrum Berlin e. V. an der Lise-Meitner-Schule. In diesem Projekt wurde eine neue KI-Architektur für die Chemie entwickelt. Anstelle einzelner Moleküle analysiert das Modell ganze Molekülgruppen und ihre Wechselwirkungen. Erste Tests zeigten, dass die Methode molekulare Ähnlichkeiten und Eigenschaften besser erfassen kann und Potenzial etwa für chemische Anwendungen bietet.

Mit dem Physik-Landessieg wurde Kari Linnea Geisinger (16) vom Herder-Gymnasium ausgezeichnet. Sie untersuchte, warum sich das Schildchen eines Teebeutels im Luftstrom abwechselnd ein- und ausdreht. Mithilfe eines Modellaufbaus im Windkanal zeigte sie, dass die Bewegung als Torsionspendel beschrieben werden kann. Strömungseffekte wie Wirbelbildung erzeugen dabei Drehmomente, die eine annähernd harmonische Drehschwingung verursachen.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und Schaeffler als Bundespatenunternehmen.

Pressekontakt:

Stiftung Jugend forscht e. V.
Dr. Daniel Giese
Baumwall 3, 20459 Hamburg
040 374709-40
presse(at)jugend-forscht.de
www.jugend-forscht.de

 

Pressemitteilung Stiftung Jugend forscht e.V. vom 26.03.2026

Ausgezeichnet! Jugend forscht Kinder und Jugend

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