Wenn beide Seiten profitieren: CleanTech Marzahn: TransferHUB fördert Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

29. April 2021

Wenn beide Seiten profitieren

CleanTech Marzahn: TransferHUB fördert Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Marek Wenghöfer © WISTA Management GmbH

Marek Wenghöfer fördert die Zusammenarbeit von Unternehmen und der HTW im CleanTech Park Marzahn © WISTA Management GmbH

© FASTPART Kunststofftechnik GmbH

Die FASTPART Kunststofftechnik GmbH sitzt im CleantechPark Marzahn. Bild: © FASTPART

„Bei Cleantech geht es um saubere und nachhaltige Technologien“, sagt Marek Wenghöfer. Umweltfreundliche Energieerzeugung, Kreislaufwirtschaft, grüne Chemie oder nachhaltige Mobilität nennt der Projektmanager als Beispiele. Seit Februar 2021 ist er im Auftrag der WISTA Management GmbH (WISTA) am TransferHUB CleanTech Marzahn aktiv. Das 300 Hektar große Industriegebiet zählt zu den elf „Zukunftsorten“ Berlins, die durch enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft charakterisiert sind.

„Die Transferstelle wurde eingerichtet, um Innovationen zu fördern und den Firmen bei der Suche nach wissenschaftlicher Unterstützung zu helfen“, erklärt Wenghöfer. Konkret geht es um Kooperationen mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), an der rund 14.000 Studierende in den Bereichen Wirtschaft, Technik, Informatik und Gestaltung ausgebildet werden. Für Unternehmen, die sich im Marzahner CleanTech Park angesiedelt haben, vermittelt der TransferHUB wissenschaftliche Kontakte und begleitet den Prozess, bis die Kooperation mit der Hochschule in trockenen Tüchern ist.

Wenghöfer, der an der Technischen Hochschule Wildau „Europäisches Management“ studiert und eineinhalb Jahre als Werkstudent bei der WISTA gearbeitet hat, fördert nun am TransferHUB die gemeinsamen Projekte. Er stellt Kontakte zwischen Hochschule und Unternehmen her, fertigt Bedarfsanalysen an und lotet Gemeinsamkeiten aus. In Workshops werden die Problemstellungen der Firmen und die wissenschaftlichen Lösungsvorschläge diskutiert. Über diese direkten Kontakte lassen sich passende Expert/-innen finden und Projekte aufbauen. Ein weiteres Ziel ist es, die am Zukunftsort CleanTech Marzahn angesiedelten Unternehmen untereinander zu vernetzen.

„Der Job ist abwechslungsreich und macht Spaß“, sagt Wenghöfer. Zu seinem Aufgabengebiet zählt auch die Vernetzung mit Unternehmen, die sich am CleanTech Business Park Marzahn neu ansiedeln. Auf dem 90 Hektar umfassenden Gelände, das seit April 2021 von der WISTA verantwortet und erschlossen wird, gibt es noch viel Platz. Der TransferHUB kann speziell für kleine und mittlere Unternehmen ein zusätzliches Argument für eine Ansiedlung sein, weil sie dort den Zugang zur Wissenschaft erhalten. Im Zuge der Ansiedlungen entwickelt sich das Netzwerk weiter und wird durch die wissenschaftliche Begleitung ausgebaut.

Derartige Kooperationen im Cleantech-Bereich sind kein Neuland für die HTW, an der Themen wie regenerative Energie, nachhaltige Mobilität oder grüne Chemie intensiv erforscht werden. Mit einigen Firmen wurden bereits erfolgreich Projekte durchgeführt, etwa mit der FASTPART Kunststofftechnik GmbH. Das 1997 gegründete mittelständige Unternehmen ist auf Drucke und Modellierungen im 3D-Format spezialisiert und fertigt beispielsweise Prototypen und Designmuster auch in Kleinserien, meist aus Kunststoff. Die Kunden kommen aus Branchen wie Medizintechnik, Telekommunikation oder Architektur.

„Wir führen seit Jahren Studierende der HTW durch unsere Firma“, sagt Geschäftsführerin Aranka Waßmann. 2020 wurde zudem ein einwöchiger Workshop veranstaltet. Thema war das nachhaltige Recyceln von Kunststoffabfällen aus Polyamid oder Silikon. Die Studierenden aus den Fächern Maschinenbau, Design oder BWL untersuchten auch, wie anderswo solche Recyclingabfälle genutzt werden, und präsentierten ihre Vorschläge dann bei der Abschlussveranstaltung in der Firma. „Es war sehr hilfreich, wir waren positiv überrascht“, so Waßmann. Zudem nahmen die Workshop-Teilnehmenden die Fastpart-Webseite unter die Lupe und machten Vorschläge zur Neugestaltung, die derzeit umgesetzt werden. Angesichts der guten Resultate für Unternehmen wie für Studierende ist Waßmanns Resümee nicht überraschend. „Wir werden weitere Workshops durchführen“, sagt die Geschäftsführerin.

Von Paul Janositz für Potenzial – Das WISTA-Magazin

Potenzial: Wissenschafts­transfer
Potenzial – Das WISTA-Magazin. Ausgabe: Wissenschafts­transfer 2021