Mehr als ein Drucker
FASTPART Kunststofftechnik aus Marzahn begleitet Kunden im 3D-Druck von der Idee bis zum fertigen Teil
3D-Druck beginnt nicht erst an der Maschine. FASTPART Kunststofftechnik aus Marzahn begleitet Kunden von der ersten Idee über den Prototyp bis zur Kleinserie und fertigt dabei auch Teile für die Medizintechnik.
Präzise stößt die Düse den flüssigen Kunststoff aus. Schicht für Schicht wächst ein Gebilde hinter dem Sichtfenster aus Glas. Noch ist es kein fertiges Produkt. Es ist ein Prototyp: etwas, das sich prüfen, verändern, vorzeigen und später vielleicht in kleiner Serie fertigen lässt. Irgendwann wird daraus ein Gerät, das gekauft, in Maschinen eingebaut oder im medizinischen Alltag genutzt werden kann.
Von außen sieht 3D-Druck nach einem geradlinigen Prozess aus: digitale Datei hinein, fertiges Teil heraus. Für einfache Modelle mag das stimmen. In der industriellen Praxis beginnt die Arbeit jedoch meist früher. Und sie ist nicht beendet, wenn die Maschine stoppt.
Die FASTPART Kunststofftechnik GmbH setzt im CleanTech Business Park Berlin-Marzahn genau dort an. „Oft kommen unsere Kunden mit nicht viel mehr als einer Idee oder einer Skizze zu uns“, sagt Geschäftsführerin Aranka Waßmann. „Wir begleiten sie dann von der Konstruktion über den Prototypenbau bis zum fertigen Teil.“
Das Unternehmen gibt es seit 1997. Aus dem Dienstleister für Rapid-Prototyping ist ein Betrieb mit rund 30 Beschäftigten geworden, der Prototypen, Einzelteile sowie Vor- und Kleinserien aus Kunststoff fertigt. Der alte Begriff klingt heute etwas aus der Zeit gefallen. Der Kern dahinter ist geblieben: Bauteile entstehen schnell, nah an der Entwicklung und oft lange bevor sich eine klassische Serienfertigung lohnt.
Hinter dem heutigen Sammelbegriff 3D-Druck stehen bei FASTPART mehrere Verfahren, die je nach Bauteil, Oberfläche, Belastung und Stückzahl eingesetzt werden. Beim Lasersintern entstehen robuste Bauteile aus Polyamidpulver. Das Stereolithografie-Verfahren liefert besonders genaue Teile mit glatterer Oberfläche. Für Vor- und Kleinserien setzt FASTPART außerdem auf Vakuumguss. Dabei wird aus einem Prototyp zunächst eine Silikonform hergestellt, mit der sich kleinere Stückzahlen fertigen lassen, ohne gleich ein Spritzgusswerkzeug bauen zu müssen.
Der Weg zum fertigen Teil ist dabei nicht immer derselbe. Manche Bauteile werden gedruckt oder gegossen, andere gefräst oder tiefgezogen. Danach beginnt oft ein zweiter Teil der Arbeit: Angüsse und Grate werden entfernt, Bohrungen gesetzt, Oberflächen lackiert oder Bauteile montiert. Welche Schritte nötig sind, entscheidet sich nicht erst in der Werkstatt, sondern oft schon in der Beratung: am Material, an der Form, an der späteren Belastung und daran, was der Kunde mit dem Teil als Nächstes vorhat. „Wir verkaufen nicht nur Maschinenlaufzeit, sondern vor allem Erfahrung“, sagt die Geschäftsführerin.
Darauf greifen auch Kunden aus der Medizintechnik zurück. „Unser umsatzstärkster Stammkunde ist Berlin Heart“, erzählt Waßmann. „Mit ihm haben wir damals die Herzunterstützungssysteme EXCOR mitentwickelt.“ Das System unterstützt Erkrankte, die auf ein Spenderherz warten. FASTPART produziert dafür unter anderem Akkugehäuse und Gehäuseelemente.
Auch für das Schweriner Unternehmen Human Med entstehen in Marzahn Gehäuse, Knöpfe und Drehschalter. Sie sind für ein Gerät zur Wasserstrahl-Liposuktion bestimmt, bei der Fettgewebe mit einem feinen Wasserstrahl gelöst wird. Dabei geht nicht jede Anwendung gleich unter die Haut. Für den bekannten Tastatur- und Maushersteller Cherry entwickelte FASTPART eine Hygiene-Maus und eine Tastaturlösung. Der Anstoß kam aus dem Medizinbereich, weil in Kliniken, Arzt-praxen und Laboren besondere Anforderungen an Reinigung und Desinfektion gelten.
Die Medizintechnik zeigt besonders gut, warum kleine Serien und Erfahrung zusammengehören. „Hier sind die Stückzahlen oft so gering, dass sich eine Serienfertigung nicht lohnt“, sagt Waßmann.
Zugleich müssen Materialien langfristig verfügbar sein, Dokumentationen länger aufbewahrt werden, Qualität und Präzision dauerhaft stimmen. Trotzdem legt sich FASTPART nicht auf diese eine Branche fest. Denn Kunststoffe werden in vielen Bereichen gebraucht, von Automotive bis zur Mess- und Regeltechnik.
Dass mittlerweile in immer mehr Unternehmen eigene 3D-Drucker stehen, sieht Waßmann gelassen: „Der Weg vom Entwurf zum belastbaren Bauteil ist nicht mit dem Kauf einer Maschine erledigt“, sagt sie. „Unsere Kunden kommen zu uns, weil wir wissen, wo auf diesem Weg die Stolperstellen liegen.“
Kai Dürfeld für Potenzial
Ihr 3D Druck Dienstleister in Berlin - FASTPART



