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03. Juli 2001

Kein "Schwarzer Freitag" für Adlershofer Chemie-Institut!

Forschungsinstitute apellieren an Wissenschaftsrat, Institut für Angewandte Chemie Adlershof e. V. komplett zu erhalten / Überführung in die Fraunhofer Gesellschaft einzig sinnvolle Lösung

Die wissenschaftlichen Institute in Berlin Adlershof sehen mit großer Erwartung der Empfehlung des Wissenschaftsrates (WR) über die Zukunft des Institutes für Angewandte Chemie Berlin-Adlershof e. V. (ACA) entgegen. Der WR beabsichtigt, auf seiner Sitzung am 13. Juli 2001 (einem Freitag) in Greifswald eine Empfehlung über das ACA auszusprechen, die letzten Endes über dessen Schicksal entscheidet.   Ungeachtet der bereits mehrfach erfolgten positiven Evaluierung des ACA und seiner unbestritten hohen Kompetenz scheint der WR keine klare Vorstellung über die Zukunft dieses Institutes zu haben. Ein klares Votum wäre für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof von größter Bedeutung. Mit großer Sorge sehen die Adlershofer Wissenschaftler die Diskussion um eine Zuordnung von Teilen des ACA zu Trägerorganisationen, wie die Helmholtz-Gesellschaft, die Max-Planck-Gesellschaft oder die Humboldt-Universität zu Berlin. Nach Ansicht der Adlershofer Institute wäre eine Überführung in die Fraunhofer Gesellschaft (FhG) eindeutig zu bevorzugen. Andere Konzepte würden zu einer massiven Beeinträchtigung des bisher erfolgreichen Institutskonzeptes führen und vor allem das ACA in eine völlig unklare finanzielle Lage bringen. Dies ist um so problematischer angesichts der akuten Notlage des Berliner Landeshaushalts und der extrem schwierigen Situation der Berliner Universitäten.   Das ACA ist ein in hohem Maße anwendungsorientiertes Forschungsinstitut. Seine hohen Drittmit-teleinnahmen sprechen für sich: Zu den 10 Mio. DM, die das Land Berlin und der Bund beisteuern, nimmt das Institut jährlich ca. 8 Mio. DM an Drittmitteln ein, davon allein in diesem Jahr knapp 4 Mio. DM aus der Industrie. Schon deshalb liegt eine Überführung des ACA in die FhG auf der Hand. Dies wird auch aus einem bereits bekannten Textentwurf des WR deutlich, worin es heißt, das Institut könne "eine Mittlerfunktion zwischen Grundlagenforschung und chemischer Industrie wahrnehmen und einen bedeutenden Beitrag zur wirtschaftlichen Prosperität Deutschlands leisten". Ein stärkeres Engagement der FhG als Mittler bei der Anwendung wissenschaftlicher Ergebnisse wäre auch für Adlershof von wegweisender Bedeutung.  

Ansprechpartner:

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