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05. Mai 2026

Die Zukunft kann beginnen

Wir werfen einen Blick auf die Ausbildungssituation im Technologiepark

  • Junge Frau an einer Anlage mit mehreren Schläuchen
    Chantal Kirschner, Chemielaborantin an der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) © WISTA Management GmbH
  • Junger Mann mit Schutzbrille an einem Laborgerät
    Till Schäfer, Chemielaborant beim Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB) © WISTA Management GmbH
  • Junge Frau mit Baseballkappe in einer Werkstatt
    Zoé Summer Krüger, Zerspanungsmechanikerin bei der Ahlberg Metalltechnik GmbH © WISTA Management GmbH
  • Junger Mann an der Computersteuerung einer Anlage
    Maurice Bitte, Zerspanungsmechaniker bei der Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH © WISTA Management GmbH
  • Junge Frau pipettiert Flüssigkeit in ein Reagenzglas in einem Labor
    Annika Teuffert, Chemielaborantin bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) © WISTA Management GmbH

Die Ausbildungssituation in Deutschland ist angespannt: Betriebe berichten von unbesetzten Lehrstellen und einem spürbaren Mangel an Auszubildenden, während gleichzeitig nicht alle Jugendlichen einen passenden Ausbildungsplatz finden. Wie starten junge Menschen im Technologiepark in ihre Karriere und wie sichern sich die Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen qualifizierten Nachwuchs? Wir haben nachgefragt.

Chantal Kirschner

Chemielaborantin mit Anschlussvertrag

Wo? Humboldt-Universität zu Berlin (HU):
Die HU hat derzeit 62 Auszubildende, davon sind 16 überwiegend in Adlershof beschäftigt, die anderen zeitweise. In Adlershof werden Industriemechaniker:innen in der Fachrichtung Feingerätebau sowie Chemielaborant:innen ausgebildet.

Wie sind Sie auf die Ausbildung aufmerksam geworden?

Vor der dreijährigen Ausbildung habe ich im Bereich Lebensmitteltechnologie ein Studium an der Technischen Universität Berlin (TU) begonnen. Als das Studium für mich nicht funktionierte, habe ich mich nach einer Ausbildung umgesehen. Die Erzählungen einer Bekannten klangen nach einem abwechslungsreichen, spannenden und passenden Beruf, also ging ich auf Ausbildungssuche.

Was begeisterte Sie an Ihrer Ausbildung?

Die Abwechslung. Ich habe eine vielseitige Laborausbildung erhalten und kann in vielen verschiedenen Bereichen wie Forschung, Qualitätssicherung, Industrie
und weiteren arbeiten. Außerdem mag ich allgemein an dem Beruf das konzentrierte Arbeiten, die wiederholenden Tätigkeiten, da es fast eine beruhigende Wirkung haben kann.

Was machen Sie jetzt?

Nach meinem erfolgreichen Bestehen der Ausbildung habe ich einen Anschlussvertrag für ein Jahr von der HU bekommen: Ich arbeite in der Forschungsgruppe Hybride Bauelemente von Emil List-Kratochvil und betreue mit meinen Kolleg:innen den Laboralltag, wo wir die Sicherheit gewährleisten. Nach dem Jahr geht es höchstwahrscheinlich in Adlershof weiter, jedoch bei einer anderen Firma.

Sind Sie mit anderen Auszubildenden im Technologiepark vernetzt?

Auch nach meiner Ausbildung bleibe ich mit den Azubis aus meinem Jahrgang in Kontakt. Speziell die Chemielaborant:innen sind durch das Zutun unserer Ausbilderin untereinander gut verknüpft, ebenso gut sind wir den Humboldt-Industriemechaniker:innen verbunden.

Gibt es etwas, was Sie sich hier an Unterstützung wünschen würden?

Nein, unsere Ausbilderin ist sehr darum bemüht, dass wir die bestmögliche Ausbildung bekommen und ebenfalls nach erfolgreicher Ausbildung möglichst an der HU bleiben können. Auch Professor List-Kratochvil ist sehr darum bemüht, alle seine Mitarbeitenden mit befristeten Verträgen weiterzuempfehlen und zu unterstützen.

Hybrid Devices Group von Prof. Emil List Kratochvil

Ausbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin

–––––

Till Schäfer

Chemielaborant, 3. Lehrjahr

Wo? Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB):
aktuell sechs Auszubildende als Chemielaborant:in und Fachinformatiker:in sowie zehn Berufspraktikant/innen

Wie sind sie auf die Ausbildung aufmerksam geworden?

Ich habe infolge des berufsbildenden Unterrichts an meiner Schule und in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit meinen Ausbildungsplatz gefunden.

Was begeistert Sie an Ihrer Ausbildung?

Zum einen begeistert mich die Chemie an sich. Diese Ausbildung ermöglicht es mir, viel über die Chemie, ihre Prozesse und ihre Zusammenhänge in der Natur zu lernen. Zudem lerne ich viel über die Herstellung und Analyse verschiedener Chemikalien. Speziell an meiner Ausbildung am Landeslabor Berlin-Brandenburg begeistern mich Einblicke in den Verbraucherschutz, vor allem in Bezug auf Lebensmittel, Gewässer und Bedarfsgegenstände. Zu analysieren, ob eine Tablette die richtige Menge
an Wirkstoff enthält oder Kinderschminke giftige Farbstoffe, ist für mich ungemein interessant.

Wie geht es weiter? Welche Pläne haben Sie nach der Ausbildung?

Zurzeit ist mein Plan, ein Jahr lang weiter am Landeslabor zu arbeiten, um für ein anschließendes Chemiestudium zu sparen.

Sind Sie mit anderen Auszubildenden im Technologiepark vernetzt?

Ich bin mit den Chemielaborant:innen meines Jahrgangs gut vernetzt. Hier im Technologiepark wären das zum Beispiel die Auszubildenden der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung.

Ausbildung am Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB)

–––––

Zoé Summer Krüger

Zerspanungsmechanikerin, 1. Lehrjahr

Wo? Ahlberg Metalltechnik GmbH:
aktuell 19 Auszubildende als Werkzeugmechaniker:innen, Zerspanungsmechaniker:innen, Industriemechaniker:innen, Industriekaufmann/-frau, Mechatroniker:innen, Fachkraft für Lagerlogistik

Wie sind sie auf die Ausbildung aufmerksam geworden?

Ich habe 2023 mit meiner damaligen Klasse die Ausbildungsmesse Kick & Work besucht. Zufällig habe ich dort Ahlberg entdeckt. Das passte, denn ich wollte schon immer ins Handwerk.

Was begeistert Sie an Ihrer Ausbildung?

Mich begeistert, dass ich viel Neues lerne und mich fachlich weiterentwickele. Ich finde es motivierend, mit der Zeit immer selbstständiger arbeiten zu können.

Wie geht es weiter? Welche Pläne haben Sie nach der Ausbildung?

Ich werde wahrscheinlich bei Ahlberg bleiben und dort Erfahrungen sammeln. Vermutlich werde ich dann noch eine zweite Ausbildung beginnen, um mein Wissen zu erweitern.

Findet nur Ihr Berufsleben in Adlershof statt oder nutzen Sie auch andere Einrichtungen?

Nein, ich arbeite nur hier. Ich bin Leistungssportlerin und trainiere in einem anderen Teil von Berlin.

Ausbildung bei Ahlberg Metalltechnik

–––––

Maurice Bitte

Zerspanungsmechaniker/Fräsmaschinensysteme

Wo? Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH:
Aktuell zwei Auszubildende, ausgebildet werden die Berufe Industriemechaniker:in und Zerspanungsmechaniker:in.

Wie sind Sie auf die Ausbildung aufmerksam geworden?

Ich bin durch meinen Lehrer auf die Ausbildung aufmerksam geworden. Er hat uns kurz vor dem Abschluss auf den Technologiepark hingewiesen. Außerdem war ich auf eine ansprechende Anzeige im Internet gestoßen.

Was begeistert Sie an der Ausbildung?

Mich begeistert, dass ich lernen darf, wie sich mithilfe computergesteuerter Maschinen hochpräzise Teile für die Raumfahrt mit einer Genauigkeit von bis zu 0,01 mm herstellen lassen.

Wie geht es weiter? Welche Pläne haben Sie nach der Ausbildung?

Da ich von meiner Firma nach dem Ausbildungsabschluss übernommen wurde und mir die Tätigkeiten und das Arbeitsklima sehr gefallen, möchte ich meine Fähigkeiten bei Astro gerne ausbauen.

Findet nur Ihr Berufsleben in Adlershof statt oder nutzen Sie auch andere Einrichtungen?

Aktuell findet nur mein Berufsleben in Adlershof statt, aber ich gehe manchmal hier in der Speisemanufaktur essen.

Karriere bei der Astro- und Feinwerktechnik Adlershof GmbH

–––––

Annika Teuffert

Chemielaborantin, 3. Lehrjahr

Wo? Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM):
34 Auszubildende werden in neun Berufen ausgebildet, unter anderem als Industriemechaniker:in, Anlagenmechaniker:in, Werkstoffprüfer:in.

Wie sind Sie auf die Ausbildung aufmerksam geworden?

Schon in der Schule hat mir der Chemieunterricht viel Spaß gemacht, deshalb habe ich das Fach als Leistungskurs gewählt. Nach dem Abitur wollte ich möglichst schnell praktisch arbeiten. In den Ferien nahm ich am Programm „Uni auf Probe“ der Freien Universität Berlin (FU) teil und konnte in ein Chemiestudium hineinschnuppern. Vormittags besuchten wir Vorlesungen, nachmittags arbeiteten wir im Labor. Die Vorlesungen waren weniger mein Ding, aber die praktische Arbeit hat mir sehr gefallen. Dadurch bin ich auf den Laborberuf aufmerksam geworden. Anschließend machte ich noch ein einwöchiges Praktikum als Chemielaborantin in Adlershof. Das hat mich endgültig überzeugt, sodass ich mich bei mehreren Instituten beworben und mich schließlich für die BAM entschieden habe.

Was begeistert Sie an Ihrer Ausbildung?

Besonders gefällt mir die duale Ausbildung. In der Berufs-
schule lerne ich die theoretischen Grundlagen zu den Methoden, die im Labor angewendet werden. Dieses Zusammenspiel von Theorie und Praxis finde ich sehr spannend. In der Grundausbildung lernen wir teilweise auch noch ältere Methoden und sehen, wie sich die Labortechnik weiterentwickelt hat. Heute werden viele Arbeitsschritte automatisiert erledigt. Außerdem merke ich, wie ich im Laufe der Ausbildung immer selbstständiger geworden bin und die Abläufe im Labor besser verstehe.

Wie geht es weiter? Welche Pläne haben Sie nach der Ausbildung?

Ich werde meine Ausbildung bereits in diesem Sommer vorzeitig abschließen und hoffe zunächst auf eine Übernahme. Danach könnte ich noch die Prüfung zur Chemisch-Technischen Assistentin machen. Außerdem interessiert mich ein Erasmus+-Praktikum, bei dem ich drei Monate in einem Labor im europäischen Ausland arbeiten würde. So könnte ich internationale Erfahrungen sammeln und mein Englisch verbessern. Im Moment halte ich mir noch verschiedene Möglichkeiten offen.

Sind Sie mit anderen Auszubildenden im Technologiepark vernetzt?

Ja. Unsere Ausbildung ist eine Verbundausbildung mit Einrichtungen wie der TU Berlin, HU und FU. Das erste Ausbildungsjahr findet größtenteils im Ausbildungslabor der FU statt. Dort waren wir anfangs etwa 30 Auszubildende zusammen, sodass ich viele Kontakte knüpfen konnte. Ich habe dort auch eine kleine Freundesgruppe gefunden.

Ausbildung bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

 

Auszubildende im Technologiepark Adlershof und Wachstumsgebiet

Auszubildende

2024

2025

Veränderung

Kerngebiet

389

398

+9

Davon: Unternehmen

339

340

+1

Davon: Forschung & Lehre

50

58

+8

Medienstadt

94

85

-9

Wachstumsgebiet

446

430

-16

Insgesamt

929

913

-16

 

Chris Löwer für Adlershof Journal

Adlershof Journal Ausbildung Fachkräfte Kinder und Jugend Talente WISTA

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Bunsen-Saal

Verknüpfte Einrichtungen

  • Campus Adlershof der Humboldt-Universität zu Berlin
  • Ahlberg Metalltechnik GmbH
  • ASTRO- UND FEINWERKTECHNIK ADLERSHOF GMBH
  • Landeslabor Berlin-Brandenburg (LLBB)
  • BAM Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung

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