1,3 Millionen Euro für das Adlershofer Start-up Belyntic : Chemistry-for-Healthcare Start-up sichert sich Seed-Finanzierung von Investitionsbank Berlin (IBB) und High-Tech Gründerfonds (HTGF)

17. September 2019

1,3 Millionen Euro für das Adlershofer Start-up Belyntic

Chemistry-for-Healthcare Start-up sichert sich Seed-Finanzierung von Investitionsbank Berlin (IBB) und High-Tech Gründerfonds (HTGF)

Belyntics Technologiepark Adlershof, Bild © WISTA

Das Spin-off der Humboldt-Universität zu Berlin erhält eine kräftige Finanzspritze für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen. Bild: © WISTA

Belyntic, das in Berlin ansässige Start-up und Entwickler der Peptide Easy Clean (PEC)-Technologie, hat seine Seed-Finanzierungsrunde in Höhe von 1,3 Millionen Euro erfolgreich abgeschlossen. Die Finanzierung erfolgt durch die Investitionsbank Berlin (IBB), den High-Tech Gründerfonds (HTGF) sowie Business Angel Till Knorr.

Das Potenzial von Belyntic auf dem Gebiet der Peptidtherapeutika ist nach der Gründung im Mai 2018 von namhaften Branchenkennern sofort erkannt worden. Seitdem wurde das Start-up unter anderem zu den Top 50 Start-ups Deutschlands und zu den Top 150 der innovativsten Unternehmen in Ostdeutschland gewählt.

Peptide sind kleine Proteine. Sie kontrollieren wichtige biologische Funktionen in lebenden Organismen. Die chemische Synthese dieser Botenstoffe birgt ein enormes Potenzial zur Entwicklung neuer Medikamente zur Bekämpfung von verbreiteten Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes oder Alzheimer. Verfügbare Methoden zur Aufreinigung – dem kritischen Schritt bei der Peptidherstellung – bringen jedoch erheblich Probleme mit sich: Grundsätzliche Schwierigkeiten bei der Gewinnung neuer und komplexer Peptide, schädliche Umwelteffekte durch hohen Verbrauch organischer Lösungsmittel und ein limitierter Durchsatz schränken das Potenzial zur Entwicklung neuer peptidbasierter Medikamenten erheblich ein.

Die von Belyntic entwickelte “Peptide Easy Clean (PEC)”-Technologie bietet entlang der Wertschöpfungskette von der Grundlagenforschung bis zur Produktion eine innovative und grundlegend neue Möglichkeit für die parallele Peptidreinigung. PEC setzt auf ein innovatives Catch-and-Release-Verfahren zwischen einem neuartigen Linkermolekül und einem modifizierten Filtermaterial auf Agarosebasis.

Die wesentlichen Vorteile der PEC-Peptidreinigung im Vergleich zu anderen Methoden beruhen auf ihrem innovativen Funktionsprinzip. Laut Dr. Adrian Glas, Geschäftsführer der Peptide Specialty Laboratories GmbH, hat PEC eine einzigartige Fähigkeit, schwierige Peptide wie Beta-Amyloid oder andere schwerlösliche Peptide zu reinigen: „Mit dem Belyntic Reinigungs-Kit konnten wir Peptide gewinnen, die wir vorher einfach nicht aufreinigen konnten. Zudem konnten wir die Peptide parallel reinigen, was eine Menge Zeit und Geld spart.”

Ferner lobt er die Reinigungskits für ihr umweltfreundliches Design, da sie sehr wenig organische Lösungsmittel verbrauchen und damit enorme Kosten- und Umweltvorteile bieten.

„Wir glauben, dass bestehende und zukünftige Herausforderungen des modernen Gesundheitswesens durch ein Umdenken im Prozess der Peptidherstellung angegangen werden können. Mit PEC können wir dazu beitragen, personalisierte Therapien zu ermöglichen, Zugang zu zukunftsweisenden Wirkstoffmolekülen zu erhalten und die Effizienz ihrer Entwicklungs- und Produktionswege zu verbessern”, sagt Andreas Regnery, Mitgründer des Unternehmens. „Die Finanzierung durch die Investitionsbank Berlin und den High-Tech Gründerfonds zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wir freuen uns auf eine enge Zusammenarbeit in der Zukunft.”

„Das neu aufgenommene Kapital”, fügt er hinzu, „wird für die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen verwendet, um Projekte im klinischen Stadium und regulierte Marktsegmente zu erschließen und die Position des Unternehmens auf der internationalen Bühne zu festigen. Dazu gehören neben der Erforschung neuer Anwendungsgebiete wie die der modifizierten Peptide oder personalisierten Peptidimmuntherapien auch die Hochskalierung und Automatisierung des Prozesses.”

Belyntics Vision wird von Dr. Marie Asano, Investmentmanagerin beim HTGF, als zielgerichtet und wirkungsorientiert mit einem klaren sozialen Gewissen gelobt. In ihren Worten:

„Der Belyntic Linker ist eine innovative, aber einfache und elegante Technologie, die die Entwicklung einer automatisierbaren Peptidreinigungslösung mit hohem Durchsatz ermöglicht. Es ist zu erwarten, dass dies wiederum eine Rolle bei der Entwicklung und zukünftigen Vermarktung erschwinglicher, patientenspezifischer, therapeutischer Peptidpräparate spielen wird.”

Für weitere Fragen zu den Produkten und Dienstleistungen von Belyntic steht Dominik Sarma, Mitgründer, unter info@belyntic.com oder +49 30 8104-1113 zur Verfügung.


Über Belyntic
Die Belyntic GmbH ist ein Spin-off der Humboldt-Universität zu Berlin. Die Pre-Seed-Entwicklungsphase wurde durch das Programm „EXIST-Forschungstransfer“ finanziert. Der Hauptsitz des Unternehmens befindet sich in den Räumlichkeiten der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), Richard-Willstätter-Str. 11, 12489 Berlin, Deutschland.


Über die Investitionsbank Berlin (IBB)
Die Investitionsbank Berlin (IBB) ist die Förderbank des Landes Berlin mit den Geschäftsfeldern Wirtschafts- und Immobilienförderung. In der Wirtschaftsförderung bietet sie ihren Kunden ein breites Finanzierungsspektrum vom Mikrokredit bis zum Venture Capital. Die Angebote richten sich hier vor allem an Gründer sowie innovative Unternehmen (KMU) in den technologischen Clustern des Landes Berlin.

 

Über den High-Tech Gründerfonds (HTGF)
Der Seedinvestor High-Tech Gründerfonds (HTGF) finanziert Technologie-Startups mit Wachstumspotential. Mit einem Volumen von insgesamt  895,5 Mio. Euro verteilt auf drei Fonds sowie einem internationalen Partner-Netzwerk hat der HTGF seit 2005 bereits mehr als 540 Startups begleitet. Sein Team aus erfahrenen Investment Managern und Startup-Experten unterstützt die jungen Unternehmen mit Know-how, Entrepreneurial-Spirit und Leidenschaft. Der Fokus liegt auf High-Tech Gründungen aus den Branchen Software, Medien und Internet sowie Hardware, Automation, Healthcare, Chemie und Life Sciences. Über 2 Milliarden Euro Kapital investierten externe Investoren bislang in mehr als 1.400 Folgefinanzierungsrunden in das HTGF-Portfolio. Außerdem hat der Fonds Anteile an mehr als 100 Unternehmen erfolgreich verkauft.

Zu den Investoren der Public-Private-Partnership zählen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, KfW Capital, die Fraunhofer-Gesellschaft sowie die Wirtschaftsunternehmen ALTANA, BASF, Bayer, Boehringer Ingelheim, B.Braun, Robert Bosch, BÜFA, CEWE, Deutsche Post DHL, Dräger, Drillisch AG, EVONIK, EWE AG, FOND OF, Haniel, Hettich, Knauf, Körber, LANXESS, media + more venture Beteiligungs GmbH & Co. KG, PHOENIX CONTACT, Postbank, QIAGEN, RWE Generation SE, SAP, Schufa, Schwarz Gruppe, STIHL, Thüga, Vector Informatik, WACKER und Wilh. Werhahn KG.


Kontakt:

Investitionsbank Berlin
WF-2 Technologie-/Innovationsförderung
Björn Jäger
Bundesallee 210
10719 Berlin
T: +49 30 2125 4708
bjoern.jaeger@ibb.de
http://www.ibb.de


High-Tech Gründerfonds Management GmbH
Dr. Marie Asano
Schlegelstraße 2
53113 Bonn
T: +49 228 82300 163
m.asano@htgf.de
www.htgf.de

Belyntic
Richard-Willstätter-Str. 11
12489 Berlin
+49 30 8104-1113
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