Sie brennt nicht nur für das Thema Nachhaltigkeit, sie lebt es auch: Im Gespräch mit Magdalena Matheis, die grüne Themen bei der WISTA Management GmbH vorantreibt

13. Juli 2021

Sie brennt nicht nur für das Thema Nachhaltigkeit, sie lebt es auch

Im Gespräch mit Magdalena Matheis, die grüne Themen bei der WISTA Management GmbH vorantreibt

Magdalena Matheis © WISTA Management GmbH

Naturverbunden: Magdalena Matheis ist Nachhaltigkeitsbeauftragte der WISTA © WISTA Management GmbH

Magdalena Matheis ist überzeugte Veganerin, Adlershofer Gesundheitsbotschafterin, setzt auf einen minimalistischen Lebensstil und engagiert sich ehrenamtlich. Vor zwei Jahren begann die 36-Jährige grüne Themen auch bei der WISTA Management GmbH voranzutreiben. Seit Herbst 2020 arbeitet sie hauptberuflich als Projektleiterin im neu geschaffenen Team Nachhaltigkeit bei der Betreibergesellschaft des Technologieparks Adlershof. Das theoretische Rüstzeug holt sie sich zurzeit bei einem berufsbegleitenden Masterstudium für Nachhaltigkeits- und Qualitätsmanagement an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Ihr Fernziel ist es, eine Nachhaltigkeitskultur nicht nur im Unternehmen selbst, sondern auch an allen WISTA-Standorten zu etablieren. Das braucht einen sehr langen Atem. Den zeigt die in Rheinland-Pfalz Geborene auch beim CrossFit, ihrer sportlichen Liebe seit dem ersten Probetraining.

Adlershof Journal: Ein grünes Image ist für Zukunftsorte wie den Technologiepark Adlershof oder das im Bau befindliche Innovationszentrum FUBIC Pflicht und wurde von Anfang an mitgedacht. Die Schaffung einer zentralen Stelle für Nachhaltigkeit bei der WISTA Management GmbH ist dagegen neu?

Magdalena Matheis: Ja, letzten Oktober wurde ein Projektteam Nachhaltigkeit bei der WISTA institutionalisiert. Nachhaltigkeit in all ihren Facetten bedarf einer zentralen Stelle, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Wir fangen aber nicht bei null an, sehr viel ist bereits passiert. Wir bündeln jetzt systematisch alle Aktivitäten, schauen neben ökologischen auf ökonomische und soziale Aspekte. Im Frühjahr haben wir den ersten Nachhaltigkeitsbericht der WISTA im Rahmen des deutschen Nachhaltigkeitskodex abgegeben.

Was ist der Status quo?

In der sozialen Dimension sind wir sehr weit. Das betrifft etwa die Gesundheitsfürsorge, Chancengerechtigkeit, Diversität, Beschäftigtenrechte sowie den Arbeitsschutz. Auch ökologisch und ökonomisch gibt es eine gute Basis. Beispiele sind Energieeffizienzmaßnahmen, nachhaltiges Bauen wie zum Beispiel beim Zentrum für Photovoltaik und erneuerbare Energien, LED-Beleuchtung in den Gebäuden der WISTA. Luft nach oben sehen wir dagegen durch ein Mobilitätskonzept, um exemplarisch ein Energieeinsparpotenzial zu nennen. So könnten Elektrofahrzeuge, Ladestationen sowie eine Reiserichtlinie dazu beitragen, die Arbeitswege von Mitarbeitenden CO2-neutral zu machen.

Was sind die nächsten Schritte?

Bisher waren einzelne Mitarbeitende aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen in den Prozess eingebunden. Jetzt wollen wir sukzessive die gesamte Belegschaft in den Prozess integrieren. Neben der Nachhaltigkeitsberichterstattung, die im Zweijahresrhythmus erfolgt, stehen wir vor der Entscheidung, ein Managementsystem zu implementieren, das in einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess eingebunden ist. Hinzu kommt mittelfristig der Aufbau eines Qualitätsmanagementsystems.

Eine künftige Nachhaltigkeitsstrategie wird über die WISTA Management GmbH hinausgehen?

Das ist das Ziel. Wir denken nicht nur im Verbund mit WISTA.Plan und WISTA.Service, sondern unsere Kunden und Kooperationspartner treibt das Thema Nachhaltigkeit genauso um.

Woher kam der Impuls für das Nachhaltigkeitsprojekt?

Das Thema Nachhaltigkeit treibt mich privat schon viele Jahre um. Beim Veranstaltungsdienst WISTA Conventions habe ich mich vor zwei Jahren intensiv damit beschäftigt, was es heißt, einen nachhaltigen Eventbereich zu schaffen. Conventions strebt jetzt die Auditierung als „Sustainable Meetings Berlin“-gelisteter Partner an. Als die Coronapandemie begann und die Veranstaltungsabteilung zum Stillstand gezwungen war, hatte ich Kapazitäten und den Rückhalt der Geschäftsführung, die WISTA ganzheitlich grüner werden zu lassen.

Wie nachhaltig leben Sie?

Ich besitze kein Auto, fahre mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Seit Jahren lebe ich vegan. Mein Aha-Erlebnis war eine Dokumentation, bei der es um die Verknüpfung von Ernährung, Gesundheit und Ökologie ging. Von einem Tag auf den anderen bin ich auf eine pflanzenbasierte Ernährung umgestiegen. Auf tierische Produkte verzichte ich auch bei meiner Kleidung, Kosmetik, Einrichtung, Reinigungsprodukten. Von unnötigem Ballast befreie ich mich. Ich bin Botschafterin vom Adlershofer Gesundheitsnetzwerk, setze mich privat für Umwelt-, Klima- und Tierschutz ein. So engagiere ich mich beispielsweise im Verein ProVeg.

Wie fing Ihre berufliche Karriere an?

Ich habe Archäologie und Politikwissenschaften in Kiel studiert, dann eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau gemacht und jetzt meine Bestimmung als Nachhaltigkeitsmanagerin gefunden.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Ich treibe sehr viel Sport. Meine Leidenschaft gehört dem CrossFit. Das ist ein Mix aus Kraft-, Eigengewicht- und Ausdauer-Training. Ein toller Gruppensport, der meine Stimmung und mein Energielevel hebt.

Was steht auf Ihrer Wunschliste?

Privat habe ich den Wunsch, mit dem Bus durch Europa zu reisen und irgendwann in einem Tiny-Haus im Grünen zu wohnen. Für die Welt wünsche ich mir mehr Empathie und Akzeptanz für alle Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebensformen.

Das Interview führte Sylvia Nitschke für Adlershof Journal