Neuer Leiter der Adlershofer Zentren für Biotechnologie und Umwelt: Im Gespräch mit Axel Gutzmer, WISTA Management GmbH

30. April 2019

Neuer Leiter der Adlershofer Zentren für Biotechnologie und Umwelt

Im Gespräch mit Axel Gutzmer, WISTA Management GmbH

Axel Gutzmer © WISTA Management GmbH

Sportlich in der Freizeit: Axel Gutzmer mit seinem Downhill-Fahrrad. Bild: © WISTA Management GmbH

Fast wäre Axel Gutzmer auch als Gründer in Adlershof gelandet. Seine Idee: technische Inspektionen von Immobilien mit einer Drohne. Die hat der Facility Manager letztes Jahr im Rahmen seiner Masterarbeit etwa über dem Photonikzentrum im Technologiepark kreisen lassen und dabei gleich ein paar Wärmelecks aufgespürt. Die Idee vom eigenen Unternehmen hat Gutzmer erstmal zurückgestellt. Mitte Januar 2019 hat er nämlich die Leitung von zwei Adlershofer Technologiezentren und damit den Staffelstab von Heidrun Terytze übernommen, die Anfang des Jahres in den Ruhestand gegangen ist. Wie der Freizeitkletterer „seine“ Mieter beim Erklimmen ihrer Ziele unterstützen will, erklärt er im Interview.

Adlershof Journal: Wie waren Ihre ersten 100 Tage als Leiter der Zentren für Biotechnologie und Umwelt (ZBU)?

Axel Gutzmer: Die sind ruckzuck vergangen. Ich hatte Umbauten für neue Mieter zu  planen und umzusetzen, Mietflächenerweiterungen für expandierende Unternehmen zu organisieren, gleichzeitig Nachfolger für ausziehende Mieter zu akquirieren,  Firmen zu vernetzen, neue Trends im Technologiefeld auszumachen und zig andere Dinge zu tun, um die Mieter in ihrem Kerngeschäft zu unterstützen. Bei 80 Firmen mit 940 Mitarbeitern gibt es immer Veränderung. Ende des Jahres will ich alle Mieter auch persönlich kennengelernt haben.

Sie sind Facility Manager. Welche beruflichen Berührungen hatten Sie bisher mit Biotechnologie- und  Umweltthemen?

Regenerative Energien spielten eine große Rolle in meinem Studium. Hinzu kommt, dass ich ausgebildeter Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bin. Einige Jahre habe ich als Geselle in diesem Beruf gearbeitet und beispielsweise auch Solaranlagen gebaut und Trinkwasserbeprobungen durchgeführt. Das hilft mir, wenn ich mit ZBU-Mietern spreche, die sich mit Wasseranalytik beschäftigen. Doch noch viel wichtiger für die Firmen ist es, dass ich mich in die Sicherheitsstufen für den Laborbereich einarbeite, verstehe, welche Abluftsysteme notwendig sind oder wie die Lagerung und Entsorgung von Gefahrgut erfolgen muss. Dafür bringe ich alle Voraussetzungen mit.

Sie haben damit geliebäugelt, selbst Unternehmer zu werden?

Ja, das hatte sich aus dem Thema meiner Masterarbeit an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin ergeben. „Air FM Solutions“ soll das Start-up heißen. Ich habe nachgewiesen, dass durch Drohnenbefliegung die technische Wartung von Immobilien und schwer zugänglichen Bereichen wie z. B. Masten wesentlich verbessert werden kann. Mit einem EXIST-Gründerstipendium wollte ich die Idee in einen Businessplan umzusetzen, doch die Stipendienbeantragung scheiterte am fehlenden Teampartner. Aber: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ich verfolge das Thema in meiner Freizeit weiter.

Wann waren Sie das erste Mal in Adlershof?

Ich bin geborener Köpenicker. Als Jugendlicher war ich oft auf dem Rollerfeld im Landschaftspark Johannisthal/Adlershof skaten. Den Technologiepark kenne ich von Besuchen anlässlich der Langen Nacht der Wissenschaften. Beruflich habe ich 2015 als Werkstudent bei der WISTA.Service GmbH, (früher: Adlershof Facility Management GmbH), angefangen. Dass die WISTA viel mehr als ein Vermieter ist, sondern Gründerförderung betreibt, Netzwerkarbeit leistet, Führungen und Veranstaltungsmanagement anbietet, nehme ich erst jetzt so richtig wahr. Sich da überall einzubringen, finde ich spannend.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?

Einmal in der Woche gehe ich klettern, meist in der Ostbloc-Boulderhalle oder im Bouldergarten in Neukölln. Meine zweite Leidenschaft gilt der Bergabfahrt mit dem Rad. Auf meinem Enduro Downhill Bike macht das riesigen Spaß. Außerdem verreise ich sehr gern innerhalb Europas.

Was ist Ihnen wichtig?

Ehrlichkeit, ein respektvoller Umgang miteinander und Zusammenhalt. Gemeinsam ans Ziel zu kommen, Anfänger zu unterstützen gehört für mich dazu, egal ob privat bei einer Klettertour oder im Job.

Was ist Ihr Traum?

Nächstes Jahr möchte ich eine geführte Alpenüberquerung machen.

 

Das Interview führte Sylvia Nitschke für Adlershof Journal