Ausstellung, Workshops und Jobbörse – die Photonics Days Berlin Brandenburg in Adlershof: 2021 gab es neben Online-Veranstaltungen auch wieder Austausch bei Präsenztreffen

28. Oktober 2021

Ausstellung, Workshops und Jobbörse – die Photonics Days Berlin Brandenburg in Adlershof

2021 gab es neben Online-Veranstaltungen auch wieder Austausch bei Präsenztreffen

F. Lerch, B. Ludwig © WISTA Management GmbH

Photonics-Days-Organisator Frank Lerch und WISTA-Unterstützer Bernd Ludwig (v. l. n. r.) © WISTA Management GmbH

Photonen haben keine Masse, sie sind vielmehr die kleinstmöglichen Energiepakete jeglicher elektromagnetischen Strahlung. Es handelt sich um Lichtquanten und daraus ergibt sich der Name, abgeleitet vom griechischen Wort „Phos“ für „Licht“. Die Photonen sind mittlerweile zu einem der wichtigsten Werkzeuge moderner Forschung und Technik geworden. Dies demonstrieren nicht zuletzt die „Photonics Days Berlin Brandenburg“, die seit 2017 in Adlershof stattfinden. „Damals gab es etwa 50 Aussteller und an die 500 Teilnehmende an den Workshops“, sagt Frank Lerch vom Kompetenznetz für Optische Technologien und Mikrosystemtechnik Berlin Brandenburg (OpTecBB), das für Planung und Durchführung der Photonics Days zuständig ist.

„Wir sind Mitstreiter“, sagt Bernd Ludwig, Leiter des Zentrums für Photonik und Optik in Adlershof. Der promovierte Chemiker und Biologe ist darüber hinaus für die WISTA-Labore im Bereich Biotechnologie, Erneuerbare Energien und Photovoltaik in Adlershof zuständig. Den hybriden Charakter der diesjährigen Veranstaltung, also Präsenz vor Ort und Angebot von Online-Sessions, sieht er auch als Vorteil. Seminare könnten aufgenommen und im Internet zur Verfügung gestellt werden. Dies führe letztlich zu stärkerer Vernetzung von Teilnehmenden, Referierenden und Ausstellern. Mit seinem Team unterstützt Ludwig die Organisatoren des OpTecBB, die er für ihr Engagement lobt. „Ich kann nur sagen: Chapeau“, so Ludwig.

Das Kompliment zeigt auch die Erleichterung, dass sich dieses Jahr zu den Photonics Days im Oktober wieder Menschen vor Ort in Adlershof versammeln konnten. 2020 war das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, doch die Expert/-innen aus Bereichen wie Optik und Mikrosystemtechnik, Sensorik und Quantentechnologie konnten sich in 22 Sessions online begegnen. „Das war sehr international ausgerichtet, mehr als 40 Prozent der rund 900 Teilnehmenden schalteten sich aus dem Ausland zu“, betont Frank Lerch. Doch der persönliche Austausch fehlte.

„Wir haben uns daher schon im Frühjahr 2021 entschieden, wenn möglich im Herbst die Photonics Days im hybriden Format durchzuführen, mit Ausstellung und Präsenztreffen in Adlershof, parallel zu den Online-Veranstaltungen“, sagt Lerch, seit 2012 Geschäftsführer bei OpTecBB. Er hatte sich schon während seiner wissenschaftlichen Tätigkeit an der Freien Universität Berlin mit dem Netzwerk befasst, bei dem er seit 2012 als Geschäftsführer tätig ist.

„Mit unseren Aktivitäten wollen wir die Forschung fördern und die Unternehmen der Photonik-Sparte, besonders auch die Start-ups, beim Technologietransfer unterstützen“, betont Lerch. Angesichts weltweit renommierter Forschungseinrichtungen und an die 100 Unternehmen in Adlershof, die mit Photonen arbeiten, liegt es nahe, dass das OpTecBB-Büro hier angesiedelt ist.

So finden sich auch in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie noch viele Aussteller und Besuchende in Adlershof ein. 2021 waren es etwa 300 Teilnehmende, rund die Hälfte aus Deutschland, die anderen aus etwa einem Dutzend europäischer Länder, an der Spitze die Niederlande, Frankreich, Griechenland, Belgien, Finnland oder die Schweiz. Aber auch aus den USA, Japan, Israel, Singapur oder China meldeten sich Interessierte. An den vier Tagen fanden teilweise parallel 26 Sessions statt. Es gab auch Online-Events, auf denen sich Studierende und Doktorand/-innen mit Vertretenden aus der Industrie austauschen konnten. Diese Jobbörse soll nach Lerchs Vorstellungen in den nächsten Jahren wieder in Präsenz möglich sein.

Möglich machen die aufwändige Veranstaltung nicht zuletzt Sponsoren und Unterstützer, darunter nicht nur Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH und WISTA, sondern auch private Unternehmen wie etwa die FISBA Photonics GmbH, ein Schweizer Anbieter von optischen Produkten. Zu den Photonics Days-Partnern zählen auch der nationale Dachverband OptecNet Deutschland e. V. und SPECTARIS – Deutscher Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik e. V. sowie ausländische Förderer wie die Israelische Wirtschafts- und Handelsmission in Berlin oder das Europäische Konsortium der Photonikindustrie (EPIC).

Mit derartiger Unterstützung und dem Engagement seines Teams blicken OpTecBB-Organisator Lerch und WISTA-Unterstützer Ludwig zuversichtlich den Photonics Days 2022 entgegen. Sollte die Corona-Gefahr erwartungsgemäß gering sein, könnten die Vor-Ort-Präsenz von Teilnehmenden und Ausstellern wieder im Normalbereich liegen. Online-Sessions wird es weiterhin geben, doch der persönliche Austausch wird verstärkt. „Die Teilnehmenden haben signalisiert, dass sie sich treffen und austauschen wollen“, sagt Lerch.

Dr. Paul Janositz für POTENZIAL

Potenzial: Business Support
Potenzial – Das WISTA-Magazin. Ausgabe: Business Support 2021